Zahnpasta gegen Pickel: Warum es gefährlich sein könnte!

Zahnpasta gegen Pickel
Zahnpasta kennst Du sicher als altes Notfallmittel gegen vereinzelte, plötzlich auftretende, große und störende Pickel. Die Sorte, die Du so gerne und dringend über Nacht wieder loswerden möchtest.

Zahnpasta ist stets in jedem Haushalt verfügbar und taucht in vielen Listen für „Hausmittel gegen Pickel“ immer wieder auf.

Doch was ist wirklich dran an dem Mythos mit der Zahnpasta? Hält sie, was diverse Ratgeber versprechen?

Zahncreme – was genau ist „drin“?

In der guten alten Zahncreme sind mehrere Wirkstoffe, die für sich genommen aktiv gegen Pickel wirken. Dazu zählen backpulver-ähnliche Substanzen: Sie haben einen Peeling-Effekt und normalisieren den PH-Wert der Haut.

Weiterhin sind meist etwas Wasserstoffperoxid, Alkohol, Menthol, essentielle Öle und das Desinfektionsmittel Triclosan enthalten. Dazu kommen noch Fluoride und ein Süßungsmittel, Sorbitol.
Wasserstoffperoxid, Alkohol, Menthol, ätherische Öle: Die desinfizieren doch fabelhaft, denkst Du? Das ist richtig. Sie wirken jedoch nicht ausreichend antibakteriell, um einen entzündeten Pickel zu besiegen.

Moderne Zahnpflegeprodukte enthalten alle möglichen Komponenten. Möglicherweise enthält Deine Zahncreme das genannte Süßungsmittel, damit sie schlicht besser schmeckt. Die meisten Zahncremes enthalten noch immer Fluoride. Fluor ist toxisch und daher umstritten, wirkt aber gegen Karies-Bakterien, die den Zahnschmelz angreifen. Dummerweise sind beide Mittel geeignet, die Haut noch weiter zu reizen und einen akuten Entzündungsprozess eher zu fördern als zu stoppen.

Einige Bestandteile wirken also in der Tat antibakteriell und desinfizierend. Zahnpasta übt außerdem einen stark austrocknenden Effekt auf die Haut aus. Eine entzündungshemmende Komponente fehlt dagegen. Ein mit Zahnpasta behandelter Pickel kann durchaus über Nacht austrocknen. Schlimmstenfalls löst die Zahncreme ein Brennen aus, und die Haut rund um den Pickel schuppt sich, weil ihr zu viel Wasser entzogen wird. Oder sie reagiert mit zusätzlicher Rötung. Wenn Du mit der Anwendung von Zahncreme besonderes Pech hast, sieht der Pickel anderntags eher schlimmer als besser aus.

Zahncreme wirkt wann und wie gegen Pickel?

Backpulver, Apfelessig, Zitronensaft, Bienenhonig oder eine Aspirintablette findest Du normalerweise in jedem Haushalt. Hast Du gar keine dieser Alternativen griffbereit und muss der böse Pickel möglichst schnell weichen, kannst Du Zahncreme als absolutes Notfallmittel einsetzen. Doch dabei solltest Du einige Vorsichtsmaßnahmen beachten. Die beginnen mit der richtigen Auswahl des Produktes:

  • Zahnpasta-Varianten, die speziell dazu dienen sollen, die Zähnen zu weißen, gehören ein für alle Mal nicht ins Gesicht! Sie reizen die Haut nur. Sie enthalten recht aggressive Komponenten, die sich gegen Plaque und Zahnschmelzverfärbungen richten, auf keinen Fall gegen Bakterien und Entzündungen.
  • Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Zahnpasta-Produkten ohne Fluoride. Sie sind meist etwas teurer und in den Sortimenten der Natur- und Bio-Kosmetika zu finden. Diese Zahncremes sind „hautfreundlich“ und eignen sich auch am besten für eine Notfall-Pickelbehandlung.
  • Du benutzt lieber eine dieser Zahnpasta-Varianten mit bunten Streifen? Finger weg, wenn es um deren Anwendung zur Akne-Behandlung geht. Die tatsächlich gegen Pickel aktiven Bestandteile sind ausschließlich in der weißen Zahncreme enthalten. Die Inhaltsstoffe der attraktiven roten, grünen oder leuchtend blauen Streifen strapazieren oder reizen die Haut und geben dem entzündeten Pickel noch einen Extra-Kick!
  • Du verwendest Zahngel anstelle von Zahnpasta? Das hat auf der zarten Haut Deines Gesichts nichts zu suchen! Die Zusammensetzung weicht von der der herkömmlicher Zahnpflegemittel ab.
  • Dann gibt es inzwischen noch spezielle Zahncremes für die Anwender von Ultraschall-Zahnbürsten: Ob deren Zusammensetzung sich wirklich zur Kosmetik und zur Desinfektion von Pickeln eignet?

Wenn Du tatsächlich zur (richtigen) Zahncreme greifst, um dem Pickel auf den Pelz zu rücken:

  • Reinige die Haut sehr gründlich.
  • Tupfe nur auf den Pickel sehr wenig Zahncreme, keineswegs auf die umgebende Haut. Benutze dazu saubere Finger, Kosmetiktuch, Wattestäbchen oder dergleichen.
  • Massiere die Zahncreme sanft an der betroffenen Stelle ein. Sie sollte den Pickel auch danach noch vollständig überdecken.
  • Lasse diese „Packung“ über mehrere Stunden hinweg einwirken. Die Zahnpasta wird auf der Haut eintrocknen und dieser Feuchtigkeit und Talg entziehen.
  • Achte darauf, die Zahnpasta anschließend sehr sorgfältig mit lauwarmem Wasser abzuwaschen.
  • Verwende die Zahnpasta nicht zu oft. Sie eignet sich nur als Notbehelf! Packe lieber ein Fläschchen Teebaumöl oder Akne-Gel mit Benzoylperoxid in Deine Kosmetiktasche, wenn Du öfter Erste-Hilfe-Maßnahmen gegen Pickel-Ausbrüche anwenden musst.

Alternativen zu Zahnpasta

Du hast sicher andere Mittel im Haus, um eine akute Pickel-Attacke in den Griff zu bekommen. Erinnere Dich an die Liste der Hausmittel und wende eines oder mehrere davon kreativ an. Kämpfst Du ohnehin mit unreiner Haut, hast Du sicher auch spezielle Akne-Creme oder Gel mit dem Wirkstoff Benzoylperoxid zur Hand. Allesamt wirken sie besser und hautschonender als ausgerechnet Zahncreme.

Erinnere Dich an die Alternativen:

  • Ein Gesichtsdampfbad öffnet die Poren
  • Einfache Peelings und Masken, für die Du entweder eine Aspirin-Tablette, einen Teelöffel Backpulver oder schlicht etwas Salz oder auch Honig mit einer kleinen Menge Wasser verrührst
  • Ein Tropfen Teebaumöl pur auf die Haut getupft kann über Nacht ebenfalls kleine Wunder bewirken.

Fazit: Du siehst, Zahnpasta ist das letzte Mittel, zu dem Du greifen solltest, wenn plötzlich ein böser Pickel auf Deiner Haut „explodiert“. Moderne Zahncremes sind aggressiv gegen Zahnbelag – möchtest Du diese Mixtur wirklich auf der Haut haben? Dass Zahnpasta Pickel heilt, gehört mittlerweile fast schon ins Reich der Märchen.

Über den Autor

Felix Vogler

Hi, ich bin Felix. Ich hatte selber starke Probleme mit unreiner Haut. Auf diesem Blog möchte ich dir berichten, wie ich es geschafft habe, seit 3 Jahren reine Haut zu haben.

Kommentar schreiben

Klicke hier, um einen Kommentar zu verfassen