Die „Pille“ gegen Pickel

Pille gegen Pickel
Innerhalb von ein bis zwei Wochen weitgehend frei von Pickeln? Die vergrößerten Poren, die hässlichen Mitesser, die fettige Haut verschwinden? Dafür würdest Du eine ganze Menge tun!

Junge Frauen und Mädchen haben die Chance, die „Pille“ auszuprobieren, ein hormonelles Verhütungsmittel zum Einnehmen. Einige dieser Pillen eignen sich gut, Hautprobleme zu behandeln. Sie dämmen die überschüssigen männlichen Sexualhormone ein, die eine der Ursachen für Akne und Pickel in der Pubertät sind.

Erst seit kurzer Zeit sind mehre Pillen zur Behandlung von Akne offiziell zugelassen. Dass Dein Selbstvertrauen wegen der Pickel und Hautproblemen am Boden liegt, ist eine Situation, die auch Gynäkologen gut verstehen. Doch sind Hormone die beste Lösung für Dich?

Warum nicht alle Antibaby-Pillen das Hautbild verbessern und was es zu bedenken gibt, wenn Du sie gegen Pickel und Akne einnimmst, erfährst Du in diesem Kapitel.

Tipp von Felix Vogler, Redakteur bei hautverliebt.de:
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Warum wirkt „die Pille“ gegen Pickeln und Akne?

Jede Akne hat mehrere Ursachen: Neben den Sexual- haben auch die Stresshormone ein Wörtchen mitzureden. Schlafmangel, Schulprobleme, Ärger im Job oder zu Hause: Auch solche Faktoren setzen Hormone frei und können sogar die Verdauung beeinträchtigen.

Damit wären wir beim Faktor Ernährung angelangt: Du trinkst vielleicht öfter Alkohol und hast Du weder Zeit noch Lust, wirklich gesunde frische Kost zu Dir zu nehmen?

Treffen mehrere solcher Faktoren mit der Tatsache zusammen, dass Du und Dein Körper gerade erwachsen werden, kann das zu hartnäckiger Akne führen.

Unreine Haut, Pickel und Akne gehen vor allem in der Pubertät, aber auch in späteren Lebensphasen auf ein hormonelles Ungleichgewicht zurück. Bekommen die männlichen Sexualhormone allzu sehr die Oberhand, werden die Talgdrüsen überaktiv und Verhornungsstörungen treten auf. Mehr Hautfett und eine Menge abgestorbener Hautzellen in den Ausgängen der Talgdrüsen lassen vergrößerte Poren, Mitesser und anschließend Pickel entstehen.

Frauen und Mädchen haben mit der Pille die Möglichkeit, dieses Übergewicht von Androgenen, männlichen Sexualhormonen, auszuschalten. Ein wichtiger Auslöser für Pickel und Akne entfällt damit.

„Die Pille“ und ihre Vorzüge

Die kleine Extra-Dosis von Östrogenen, weiblichen Sexualhormonen, den Antibaby-Pillen auslösen, wirkt sich ganz ähnlich auf Deinen Körper aus wie eine Schwangerschaft: Deine Haut wird womöglich sehr schnell rein, rosig und glatt. Ein weiterer erfreulicher Nebeneffekt: Wenn Du bisher während jeder Menstruation schmerzhafte Krämpfe hattest und Dich unwohl fühltest, ist in vielen Fällen damit sogar dauerhaft Schluss.

Zudem ist die Pille eine revolutionäre Erfindung gegen das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft. Denn sie wirkt sicher, so lange Du

  • die tägliche Einnahme nicht vergisst
  • keine Antibiotika einnehmen musst
  • nicht unter Durchfall leidest.

Gegen Pickel und Akne musst Du die Pille auch nicht über viele Jahre einnehmen. Ähnlich wie bei den monatlichen Bauchschmerzen genügt ein Hormon-Schubs über mehrere Monate hinweg, damit die Haut sich regenerieren und der Stoffwechsel sich vernünftig „einpendeln“ kann.

Die Pille – ein Eingriff in den Hormonhaushalt

Doch wie so vieles hat auch die Einnahme der „Pille“ ihre Kehrseiten. Und die bekommst Du möglicherweise zu spüren, selbst wenn Du nur bessere, schönere Haut haben möchtest.

Fangen wir bei den „geringsten Übeln“ an: Viele junge Frauen beobachten, dass der Eingriff in den Hormonhaushalt sich nicht nur auf die Haut auswirkt. Sondern auch auf die Psyche. Nach einiger Zeit der Einnahme können Gefühle der Lustlosigkeit und Depression auftreten. Woran das liegt? Hormone sind wahre Multitalente, die viele verschiedene Aufgaben im Organismus erfüllen. Wer in den Hormonstoffwechsel eingreift, muss mit Veränderungen an mehreren Fronten rechnen.

Der zweite Punkt: Nicht jede Pille wirkt gleich, denn die Zusammensetzung und die jeweils enthaltenen Hormonmengen variieren. Nicht alle sorgen speziell bei Dir für schönere, glattere Haut, denn jeder Mensch „funktioniert“ anders. Du musst unter Umständen mehrere Präparate ausprobieren, bis Du eines findest, das zu Dir passt. Gleiches gilt für mögliche Nebenwirkungen. In Deinem Fall kann ein Pillenpräparat Ziehen und Spannen der Brust oder eine Gewichtszunahme auslösen. Das ist weiter nicht schlimm.

Doch manchmal treten starke Kopfschmerzen, oft sogar migräneartige Zustände mit Sehstörungen auf. Wenn das passiert, musst Du sofort mit der Einnahme aufhören! Im schlimmsten (und zum Glück sehr seltenen) Falle bilden sich Thrombosen, Blutgerinnsel in den Venen – eine lebensgefährliche Angelegenheit. Bei modernen Antibaby-Pillen und sehr jungen Frauen ist dieses Risiko minimal.

Fazit: Wenn es Dir nach einigen Tagen der Einnahme einer Pille nicht richtig gut geht, macht es Sinn, dieses Präparat schnell wieder abzusetzen.

Drittens: Manchmal ist Akne nicht die (zum Glück vergängliche) Folge Deiner Pubertät, sondern einer Erkrankung. Ein Beispiel dafür ist das polyzyklische Ovarialsyndrom, eine Funktionsstörung der Eierstöcke. Auch dabei entsteht ein krankhaftes Übergewicht der männlichen Sexualhormone. Betroffene Frauen leiden häufig unter

  • Übergewicht und damit verbundenen Stoffwechselstörungen
  • Vermehrtem Haarwuchs am Körper
  • Akne und fettiger Haut

Besonders wenn Du als Mädchen oder Frau an starker Akne gepaart mit unregelmäßigem Zyklus und den übrigen beschriebenen Symptomen leidest, sollte dies dringend näher untersucht werden. Es macht keinen Sinn, Symptome zu bekämpfen. Die Ursache muss gefunden und behandelt werden.

Das alles solltest Du bedenken, bevor Du zur „Pille“ greifst

Einige Pillen sind bereits speziell zur Akne-Behandlung zugelassen. Sie werden häufig dann verordnet, wenn die Hautprobleme nicht auf kosmetische Behandlungen ansprechen oder wenn Du Dich schon sehr lange mit Pickeln und Akne herumquälst. Lass Dich von Deinem Gynäkologen gründlich untersuchen und beraten, bevor Du das Rezept einlöst. Bei sehr starker, entzündlicher Akne ist in jedem Fall der Hautarzt der erste Ansprechpartner.

Probiere immer zuerst eine systematische Hautpflege aus. Achte auf Deine Ernährung und ausreichenden Schlaf. Greife Mutter  Natur nicht gleich gewaltsam ins Steuer. Wenn die einfachen, aber bewährten Methoden nichts bringen, hole Dir Rat bei der Kosmetikerin oder beim Arzt. Hormon- oder auch Vitamin-A-Präparate helfen zwar gegen hartnäckige Akne, sind aber häufig mit starken Nebenwirkungen verbunden. Deswegen sollten sie nur in schwereren Fällen eingesetzt werden.

Noch wichtig: Vor der Pille solltest Du andere Hausmittel gegen Pickel ausprobieren.

Über den Autor

Felix Vogler

Felix Vogler ist dermatologischer Forscher und hat es sich zur Aufgabe gemacht, dass niemand mehr unreine Haut haben muss. Früher litt Felix selbst unter Akne, mittlerweile verhilft er den Lesern auf hautverliebt.de zur reinen Haut.

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