Pickel im Rachen – was könnte das sein?

Pickel im Rachen gibt es so gar nicht: Entweder Du hast eine Hals- oder Mandelentzündung und es haben sich winzige Eiter-Ansammlungen gebildet.

Eine zweite Möglichkeit sind Aphten. Dabei handelt es sich um harmlose punktuelle Entzündungen der Mundschleimhaut, die sich natürlich auch im Rachen und anderen Stellen in der Mundhöhle ansetzen können. Selbst im Genitalbereich treten gelegentlich Aphten auf.

Aphten sind nicht ansteckend, wie etwa Herpes, und es besteht keine Verbindung zu bakteriellen Infektionen, wie bei Akne oder einer Mandelentzündung.

Beides hat mit Pickel auf der Oberhaut, nichts gemeinsam.


Aphten erkennst Du selbst daran, dass sie reichlich schmerzhaft ist und flache Wulste bilden. Diese sind in der Mitte gelbich-weiß, im Außenbereich rot. Die helle Färbung in der Mitte kommt durch einen Fibrinbelag zustande, nicht durch Eiteransammlungen. Sitzen sie im Rachen, stören sie erheblich beim Essen, beim Schlucken oder Sprechen. Manchmal strahlen die Schmerzen sogar auf die Ohren aus. Selten kannst Du Fieber beobachten, dieses Symptom trifft eher Kinder.

Ursachen für Aphten oder Pickel im Rachen

Über die Entstehung von Aphten rätseln Mediziner noch immer. Ursachen lassen sich oft gar nicht oder nur ungefähr bestimmen. Bei etwa 10% der Bevölkerung treten sie regelmäßig auf – hier könnten Erbanlagen oder eine Reaktion auf bestimmte Lebensmittel eine Rolle spielen.

Aphten im Rachen entstehen hauptsächlich dann, wenn die Schleimhaut in diesem Bereich verletzt oder strapaziert wurde. Vermutlich besteht ein Zusammenhang zwischen einem geschwächten Immunsystem und dem Auftreten von Aphten. Die Entzündungswerte im Blut sind stets erhöht, gleich, ob sich eine eitrige Angina oder Aphten in der Rachenschleimhaut breit machen. Aphten entstehen jedoch unabhängig von Viren, Pilzen oder Bakterien.

Fehlt es an Eisen, Vitamin B12 oder Folsäure, steigt das Risiko, Aphten auszubilden. Stark säurehaltige Speisen wie Ananas oder Tomaten oder mit Kohlensäure versetzte Getränke, aber auch Nüsse oder manche Süßigkeiten scheinen die Mundschleimhaut zu reizen. Die Reaktion darauf ist aber nicht bei jedem Menschen gleich.

Patienten mit Zöliakie (Gluten-Unverträglichkeit) neigen ebenso zu Aphten wie Frauen, die gerade hormonelle Veränderungen durchmachen (Pubertät, Schwangerschaft oder Menopause). Frauen trifft es grundsätzlich häufiger als Männer, Raucher öfter als Nichtraucher und Stress oder schwächende Vorerkrankungen können durchaus eine Rolle spielen. Eine Altersgrenze gibt es nicht, Aphten können in jedem Lebensalter auftreten.

Einige seltene Erkrankungen sind durch das gehäufte Auftreten der Aphten gekennzeichnet.

Diese Mittel helfen:

  • Verkürzen und heilen lassen sich die „Pickel im Rachen“ kaum – aber die Beschwerden lassen sich erträglicher machen. Um ein Heilmittel zu bestimmen, müsste eine klare Ursache bekannt sein. Du musst normalerweise nur ein bis zwei Wochen warten, dann heilen die kleinen Störenfriede von alleine ab. Glücklicherweise sind sie von außen nicht sichtbar. Wenn Du es schaffst, die Beschwerden auf ein erträgliches Maß zu reduzieren, stören sie Dich nicht weiter.
  • In der Apotheke bekommst Du schmerzstillende Sprays, Flüssigkeiten oder Gel. Bei einem Befall im Rachen sind eine Spülung zum Gurgeln oder Sprays effektvoller als Mittel, das direkt auf die Hautveränderung aufgetragen werden müssen.
    Ein bewährter Wirkstoff ist das schmerzstillende, betäubende Lidocain.
  • Weitere lindernde Mittel sind Silbernitrat-Lösung, Myrrthentinktur, Nelken- oder Salbeiöl. Ein Präparat aus Salizylsäure (dem Wirkstoff aus der Aspirin-Tablette) gemischt mit Rhabarberwurzelextrakt bekommst Du ebenfalls in der Apotheke. Dieses Mittel mit einem Pinsel weit hinten im Rachen anzuwenden, kann sich etwas schwierig gestalten. Im Anschluss solltest Du nichts mehr essen oder trinken. Es heißt aber, dass die Aphte bei dieser Behandlung schneller „verschwindet“.
  • Kamillen- oder Salbeiaufguss lassen sich gut für Mundspülungen verwenden – sie wirken nicht nur schmerzstillend, sondern auch allgemein entzündungshemmend. Ähnliches gilt auch für Grüntee. Alle drei verursachen zumindest kein weiteres Unbehagen bei der Anwendung im Rachenraum.
  • Teebaumöl, Nelkenöl und ähnliche sehr intensiv schmeckende Mittel können bei Aphten im Rachen nur schwer direkt aufgebracht werden. Möglicherweise provozierst Du damit sogar Brechreiz und Übelkeit. Teebaumöl wirkt zuweilen etwas aggressiv auf die Schleimhaut. nicht jeder mag den Geruch oder erträgt den Geschmack im Mund.
  • Während Du durch das Kauen einer Papaya-Frucht die Beschwerden von Aphten im Mundraum lindern kannst, wird es wiederum schwierig, wenn sie im Hals- und Rachenbereich sitzen. Möglicherweise gelangen die entzündungshemmenden Enzyme dann nur durch Zufall an die richtige Stelle.

“Pickel“ im Rachen – wie lange kann das dauern?

Mit den beschriebenen „Hausmitteln“ oder Medikamenten kannst Du die Beschwerden lindern, üblicherweise aber nicht den Verlauf beeinflussen. Einzelne Aphten verheilen schneller, Ansammlungen und größere Exemplare verschwinden erst nach einigen Wochen wieder.

Bei unklaren Halsbeschwerden mit sichtbaren Veränderungen des Gewebes solltest Du immer zum Arzt gehen. Diagnostiziert er Aphten, kannst Du meistens völlig unbesorgt sein – sie sind lästig und schmerzhaft, aber harmlos.

Über den Autor

Felix Vogler

Felix Vogler ist dermatologischer Forscher und hat es sich zur Aufgabe gemacht, dass niemand mehr unreine Haut haben muss. Früher litt Felix selbst unter Akne, mittlerweile verhilft er den Lesern auf hautverliebt.de zur reinen Haut.

6 Kommentare

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  • Hallo, …

    Meine Tochter hat seitdem Säuglingsalter immer extrem picklige Haut. Im Gesicht ( Stirnbereich, an den Wangen unterm Kinn) und mittlerweile stark an den Oberarm und etwas Dekolletébereich, es sind aber keine Pickel mit Entzündungen sondern eher krisselige Pickelchen. Ich bin von Anfang an damit zu veschiedenen Ärzten gegangen und jedesmal wurde ich vertröstet, es würde mit der Zeit besser werden und ich sollte man da nichts gegen machen. Mittlerweile ist sie 10J. und sie ist wie alle Mädchen in diesem Alter. Sie fängt natürlich an daran zu puhlen, da kann ich noch soviel reden. Ich möchte gerne die W-Fragen stellen und ob Menschen, die diese Veranlagungen haben, zu Akne tendieren, in der Pupertät?

    Ich sag schon mal im Voraus danke!
    Liebe Grüße Birte

    • Hallo Birte,

      danke für deinen Kommentar. Bei solchen speziellen Hautproblemen würde ich Dir empfehlen einen Hautarzt aufzusuchen. Eine Ferndiagnose wäre eher schwer möglich (und ziemlich verantwortungslos).

      Viel Glück!

  • Ich bin total verzweifelt. Habe seit zwei Wochen Pickel an Hals und Unterkiefer. Renne von Arzt zu Arzt aber sie werden einfach nicht besser. Zuerst juckten sie total. Jetzt hab ich eine selbstgemischte Salbe vom Arzt bekommen aber das einzige wogegen sie geholfen hat war das Jucken. Ich weiß nicht was ich noch machen soll.