Pickel ausdrücken: Die ultimative Anleitung [+Wann Du es besser lassen solltest]

Pickel ausdrücken
Du kennst den Impuls: Ausgerechnet vor einem wichtigen Termin oder vor einem Date, bei dem Du einfach gut aussehen möchtest, taucht er auf – dieser eine bösartige „Blickfang“ in Deinem Gesicht! Du stellst Dir vor, Du könntest den Pickel durch Ausdrücken einfach auslöschen. Oder wegzaubern.

Zunächst solltest Du diesen Impuls aber unterdrücken, denn in gelegentlich verschlimmerst Du damit die Lage erst. Wann aber kann Ausdrücken des Pickels trotzdem richtig sein?

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Wann darfst Du Pickel ausdrücken?

Wann immer Du mit Deinen Händen ins Gesicht oder an entzündete Haut und Pickel fasst – achte auf äußerste Hygiene. Wasche Dir vorher natürlich die Hände und benutze zur Behandlung der Pickel frische Wattebäusche oder Wattestäbchen, am besten mit Desinfektionsmittel getränkt. Es gibt milde, nicht brennende Präparate speziell für die Gesichtshaut. Du kannst dazu aber auch bewährte Hausmittel wie etwa eine Schreibe von einer frisch aufgeschnittenen Knoblauchzehe verwenden.

ACHTUNG manche Pickel nicht bearbeiten

  • Großflächig auftretende Akne: Hier kannst Du die Ursachen auf lange Sicht nur von innen bekämpfen und musst, bis die Maßnahmen vom Hautarzt greifen, geduldig abwarten, bis sich Deine Haut erholt.
  • Gleiches gilt für Pickel, die jucken und eher wie eine allergische Reaktion der Haut wirken.
  • Komedonen oder „Mitesser“ sehen nicht nur hässlich aus, sie können sich auch jederzeit in Pickel verwandeln. Gesichtsdampfbäder, Peelings und eventuell einige Sitzungen in einem guten Kosmetikstudio helfen, die bösen kleinen Punkte aus den Poren zu entfernen.
  • Tief unter der Haut sitzende, schmerzhaft entzündete Pickel darfst Du keinesfalls gewaltsam zu „öffnen“ versuchen: Du quetscht damit nur Gewebe und feine Blutgefäße, verteilst Bakterien und verschlimmerst die Situation.
  • „Whiteheads“ darfst Du vorsichtig öffnen – hier hat sich die Entzündung bereits abgekapselt. Übe auch hier keinesfalls zu viel Druck aus, sonst gelangen die Bakterien wieder tiefer ins Gewebe.

So drückst Du Pickel richtig aus

Nachfolgend findest Du eine Anleitung, wie Du deine Pickel richtig ausdrücken kannst. Alle Pickel und Pusteln, bei denen sich Eiter in Form einer gelben oder weißen „Spitze“ bereits abgekapselt hat, darfst Du öffnen und die betroffene Pore auf diese Weise reinigen. Von anderen Pickeln lässt Du besser die Finger. Die erprobte Vorgehensweise:

1. Hände desinfizieren

Hände desinfizieren, bevor man Pickel ausdrückt
Hände desinfizieren, bevor man Pickel und Akne ausdrückt

2. Wasche Dein Gesicht mit warmen Wasser

Gesicht waschen mit warmen Wasser
Gesicht waschen: Warmes Wasser öffnet es die verschlossenen Poren

3. Überschüssiges Hautfett und Verunreinigungen entfernen

Verunreigungen und Hautfett mit einem Waschgel entfernen
Vor dem Pickel ausdrücken muss überschüssiges Hautfett entfernt werden

4. Pickel vorsichtig mit einer Nadel öffnen [OPTIONAL]

Pickel mit einer Nadel öffnen
Man kann – wenn man mutig ist – den Pickel mit einer Nadel öffnen

5. Pickel entleeren und ausdrücken

Pickel mit den Fingern ausdrücken
Pickel richtig ausdrücken und entleeren – nur wenig Druck ausüben!
Nach dem winzigen, oberflächlichen Piekser mit der Nadel „entleerst“ Du den Pickel mit möglichst wenig Druck und mit Hilfe eines Kosmetiktuches. Achte darauf, aufzuhören, bevor Blut fließt. So vermeidest Du starke Rötungen und die Entstehung von Narben.

6. Entzündung vorbeugen – wichtig!

Pickel mit einem in Alkohol getunktes Wattestäbchen desinfizieren
Pickel mit einem in Alkohol getunktes Wattestäbchen desinfizieren
Die behandelte Stelle – also der ausgedrückte Pickel – wird punktgenau mit einem in Alkohol-Lösung getauchten Wattestäbchen desinfiziert. Anschließend kannst Du noch medizinische Zinksalbe auftragen.

Sehr große Pickel nicht selbst behandeln

Sehr große Pickel, die sich über einen Zentimeter Hautfläche ausdehnen, darfst Du nicht mit Abszessen unter der Haut, mit Furunkeln oder einer seltenen Akneform, Akne inversa, verwechseln. In diesen Fällen sind „Selbstversuche“ gefährlich, weil tatsächlich eine Menge besonders bedrohlicher Bakterien in die Blutbahn gelangen und an anderer Stelle im Körper Unheil anrichten können. Vorsicht also bei besonders großen und schmerzhaften Pickeln – im Zweifelsfalle solltest Du damit lieber zum Arzt gehen.

Existieren Geräte zur Behandlung von Pickeln?

Helfen Geräte? Im Handel ist ein Komedonenquetscher oder -heber erhältlich, ein Gerät, das auch im Kosmetikstudio im Einsatz ist. An einem Ende ist eine sehr feine Spitze, am anderen eine Art winziger Schlinge angebracht. Mit dem spitzen Ende lassen sich Mitesser, Komedonen, „öffnen“, mit der Schlaufe aus der Haut heben. Die Handhabung verlangt strikte Hygiene und Vorsicht, damit die Haut nicht strapaziert wird.

Die Kosmetikerin weicht die Haut mit einem Dampfbad auf, bevor sie an die Arbeit geht, eine Vorgehensweise, die Du nachahmen solltest.
Zwar sind Komedonen noch keine Pickel, sehen aber unschön aus und weisen auf verstopfte, entzündungs-gefährdete Poren hin, aus denen Pickel werden können.

Die Hersteller von Vakuum-Geräten werben damit, dass sich Unreinheiten, Mitesser und Pickel einfach „absaugen“ lassen. Die Meinungen zum Erfolg dieser Methode sind geteilt.

Ist es riskant, Pickel auszudrücken?

Ist es gefährlich, Pickel auszudrücken? Die Antwort ist: Ja, wenn Du Hände und Gesicht nicht ausreichend desinfizierst oder zu viel Druck auf die Haut ausübst, gelangen Bakterien in die Blutbahn.

Vorsicht bei großen Pickeln im Bereich der Augen, der Mundwinkel oder seitlich der Nase: Hier verlaufen besonders viele feine Blutgefäße, die durch Druck ins Gewebe gedrängte Bakterien weitertransportieren. Noch mehr entzündetes Gewebe und eine tiefe Narbe sind ein Resultat. Schlimmstenfalls droht sogar eine Blutvergiftung.

Über den Autor

Felix Vogler

Felix Vogler ist dermatologischer Forscher und hat es sich zur Aufgabe gemacht, dass niemand mehr unreine Haut haben muss. Früher litt Felix selbst unter Akne, mittlerweile verhilft er den Lesern auf hautverliebt.de zur reinen Haut.

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