Pickel auf der Zunge: Ursachen und Behandlung

„Pickel auf der Zunge“ – was ist das, und woher kommt es? Oft sind sie schmerzhaft, prickeln und irritieren schlichtweg. Mit gewöhnlicher Akne haben sie wenig gemeinsam. Auch wenn sie gelegentlich wie Pickel auf der Hautoberfläche aussehen. Jeder kann sie bekommen. Ursachen gibt es mehrere. Und natürlich gibt es wirksame Gegenmittel!

Weil die Zungenoberfläche hochempfindlich ist, machen die hier sitzenden Nervenenden buchstäblich aus einer Mücke, einem winzigen Bläschen oder Pickel, einen wahren Elefanten. Speichel, Essen, Trinken, die Bewegungen der Zunge beim Sprechen erinnern Dich ständig daran, dass Du da etwas im Mund hast, das nicht hineingehört. Außerdem können Schmerzen auftreten.


Pickel oder Aphten?

In der Mundschleimhaut bilden sich keine echten Pickel, eher in seltenen Fällen Mini-Abszesse. Auslöser sind kleine Verletzungen und das Eindringen von Bakterien. Die zweite Möglichkeit sind Aphten. Herpes-Bläschen sehen wiederum völlig anders aus, treten bei Stress periodisch auf und werden von Viren ausgelöst.

Aphten sind kleine Geschwüre der Mundschleimhaut. Oft sind die Innenseiten der Lippen, die Zungenränder, Zunge oder Zahnfleisch betroffen. Sie sind nicht ansteckend und pflegen innerhalb von ein oder zwei Wochen wieder abzuheilen. Ursachen von Pickeln sind häufig nicht erkennbar. Vermutlich spielen die Veranlagung, der Hormonstatus, die Psyche (Stress) oder eine Nahrungsmittel-Allergie eine Rolle. Wissenschaftlich bewiesen ist nichts davon. Aphten können schmerzhaft sein. Einige Erkrankungen, beispielsweise Zöliakie (Gluten-Unverträglichkeit), gehen mit der Entstehung von Aphten einher.

Eine Ähnlichkeit mit Pickeln besteht in einer weißlich gefärbten Oberseite und einer geröteten Umgebung. Allerdings handelt es sich nicht um eine Eiteransammlung.

Die Ursachen von Aphten

Viren oder Bakterien scheiden als Erreger für Aphten beinahe vollständig aus. Trotzdem können Entzündungen auf der Mundschleimhaut natürlich durch mangelnde Hygiene ausgelöst werden.
Extrem säurehaltige Früchte, scharfe Gewürze beispielsweise können Aphten auslösen. Obstsäure durchlöchert förmlich die Schutzschicht der Mundschleimhaut. Voraussetzung ist in diesen Fällen auch eine gewisse Überempfindlichkeit oder eine Art allergischer Reaktion. Einige Menschen haben beispielsweise große Probleme, frische Ananas zu essen. Auch Nüsse oder Alkohol erzeugen gelegentlich diese Reaktion.

Plagst Du Dich öfter mit den schmerzhaften „Pickeln“ im Mund, solltest Du Deinen Arzt konsultieren. Neben einer Nahrungsmittel-Unverträglichkeit kommen auch Mangelerscheinungen oder bestimmte Erkrankungen als Auslöser in Frage.

Du könntest auch ganz einfach an einem Vitaminmangel leiden. Eine Blutuntersuchung liefert des Rätsels Lösung. Eisen, Folsäure, Zink oder Vitamin B12 sind alle an der Bildung einer gesunden Haut und Schleimhaut beteiligt. Fehlen sie, sind die Aphten ein Alarmsignal. Nimmst Du entsprechende Nahrungsergänzung ein, ist der Spuk innerhalb weniger Tage oder Wochen vorbei.

In einigen Familien tauchen Aphten öfter auf als in anderen. Genauer untersucht wurde die „Vererbbarkeit“ noch nicht, lediglich beobachtet. Doch was genau vererbt sich? Eine mangelhafte Nährstoff-Verwertung über den Darm? Eine Überempfindlichkeit gegen bestimmte Nahrungs-Bestandteile, beispielsweise Zöliakie? Diese Möglichkeiten bestehen, wurden aber noch nicht ausdrücklich nachgewiesen.

Raucher ärgern sich öfter über Aphten als Nichtraucher. Bekannt ist, dass Raucher einen erhöhten Vitamin-Bedarf haben. Sind Aphten die Folge einer veränderten Mundschleimhaut durch den Kontakt mit Nikotin oder das Resultat eines Vitamin- und Nährstoffmangels?

Das hilft gegen „Pickel im Mund“ – die Aphten.

Was Du keinesfalls tun sollst – irgendwie an den Aphten herumdrücken oder -pieksen. Du wirst feststellen, dass die Haut entzündet ist, aber sich keine Eiteransammlung darunter bildet.
Eine Reihe von Hausmitteln unterstützt das Abheilen, desinfiziert und lindert vor allem das unangenehme, schmerzhafte Gefühl, das die Aphten erzeugen.

  • Nelken- oder Salbei-Öl ist eine Bereicherung für die Hausapotheke. Einige Tropfen davon in einem Zahnputzglas mit Wasser vermischt, bringen schnelle Erleichterung.
  • Gut für die Bakterienflora im Mund und ebenfalls desinfizierend sind Mundspülungen mit Salzwasser.
  • Ein Kamillen-Sud (Ein Aufguss von Teebeuteln oder getrockneten Blüten oder Kamillenextrakt aus der Apotheke) beruhigt und heilt ebenfalls alle Arten von Schleimhautentzündungen im Mund.
  • Trinke Grüntee und benutze den Tee auch als Mundspülung. Die Gerbsäure desinfiziert und wirkt entzündungshemmend.
  • Lust auf exotische Früchte? Die Papaya ist nicht nur bekannt dafür, einen verdorbenen Magen oder Darm wieder in Ordnung zu bringen. Die enthaltenen Enzyme wirken direkt gegen Entzündungen aller Art. Mehrmals täglich ein großes Stück Papaya kauen schmeckt in jedem Falle besser als die genannten Spülungen.
  • Mit dem Wattestäbchen auf die Aphten tupfen kannst Du Aloe-Vera-Gel. Es wirkt gegen Schmerzen und die Entzündung.
  • Vorsicht bei Teebaumöl. Nicht jeder verträgt es. Auch wenn Du es nur auf die Aphten auftupfst, gelangt es trotzdem in Dein Verdauungssystem. Du kannst auch einige Tropfen in Wasser geben, den Mund damit spülen und alles wieder ausspucken. Das schützt Dich vor Verätzungs-Erscheinungen und Übelkeit.

Schon nach einigen Tagen sollten die so behandelten Aphten spurlos abheilen. Tun sie es nicht, ist es Zeit, einen Arzt zu fragen und nach tieferen Ursachen zu forschen.

Fazit: Pickel auf der Zunge – was hat es damit auf sich?

Aphten sind kleine Entzündungen in der Mundschleimhaut, der Innenseite der Lippe oder auf der Zunge. Sie werden weder von Bakterien von Pilzen oder Viren ausgelöst und es besteht keine Verwandtschaft zu Pickeln oder Akne auf der Epidermis (der Oberhaut).

Die Ursachen können bislang nur vermutet werden. Unverträglichkeits-Reaktionen, Mangelerscheinungen und ein wenig Veranlagung erhöhen die Chance, öfters Aphten zu bekommen.
Mit Hilfe ätherischer Öle und einiger einfacher Hausmittel wie Grüntee oder Nelkenöl verheilen Aphten meist recht schnell. Treten sie hartnäckig und gehäuft auf, solltest Du zum Arzt gehen.

Über den Autor

Felix Vogler

Felix Vogler ist dermatologischer Forscher und hat es sich zur Aufgabe gemacht, dass niemand mehr unreine Haut haben muss. Früher litt Felix selbst unter Akne, mittlerweile verhilft er den Lesern auf hautverliebt.de zur reinen Haut.

6 Kommentare

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  • Hallo, …

    Meine Tochter hat seitdem Säuglingsalter immer extrem picklige Haut. Im Gesicht ( Stirnbereich, an den Wangen unterm Kinn) und mittlerweile stark an den Oberarm und etwas Dekolletébereich, es sind aber keine Pickel mit Entzündungen sondern eher krisselige Pickelchen. Ich bin von Anfang an damit zu veschiedenen Ärzten gegangen und jedesmal wurde ich vertröstet, es würde mit der Zeit besser werden und ich sollte man da nichts gegen machen. Mittlerweile ist sie 10J. und sie ist wie alle Mädchen in diesem Alter. Sie fängt natürlich an daran zu puhlen, da kann ich noch soviel reden. Ich möchte gerne die W-Fragen stellen und ob Menschen, die diese Veranlagungen haben, zu Akne tendieren, in der Pupertät?

    Ich sag schon mal im Voraus danke!
    Liebe Grüße Birte

    • Hallo Birte,

      danke für deinen Kommentar. Bei solchen speziellen Hautproblemen würde ich Dir empfehlen einen Hautarzt aufzusuchen. Eine Ferndiagnose wäre eher schwer möglich (und ziemlich verantwortungslos).

      Viel Glück!

  • Ich bin total verzweifelt. Habe seit zwei Wochen Pickel an Hals und Unterkiefer. Renne von Arzt zu Arzt aber sie werden einfach nicht besser. Zuerst juckten sie total. Jetzt hab ich eine selbstgemischte Salbe vom Arzt bekommen aber das einzige wogegen sie geholfen hat war das Jucken. Ich weiß nicht was ich noch machen soll.