Pickel am Po: Ursachen und Behandlung

Das genaue Gegenteil von „sexy“ – Pickel am Po! Wie kommst Du zu diesen Monstern? Und vor allem, wie wirst Du sie wieder los oder vermeidest sie in der Zukunft? An „Hinterteil“ und den Oberschenkeln befinden sich wesentlich weniger Talgdrüsen als am Rücken, auf der Brust, im Gesicht, am Hals oder an den Oberarmen. Warum breiten sich Pickel und Akne auch dort aus?


Das sind die Ursachen

Die Haut möchte „atmen“. Warum sie das nicht kann, dafür gibt es je nach Körper-Region eine ganze Reihe von Gründen.

Bekanntlich führen über-aktive Talgdrüsen zu Entzündungen unter der Haut und zu Pickeln. Die Entzündung kann tief in der Lederhaut beginnen, dort, wo die Talgdrüsen ansetzen, oder unmittelbar auf der Hautoberfläche.

Eine Mischung aus abgestorbenen Hautpartikeln, Hautfett aus den Talgdrüsen, Schweiß und Bakterien verstopfen die Poren.

Ausgerechnet am Po und an den Oberschenkeln tragen wir meist eng anliegende Kleidung – Unterwäsche, Seiden- oder besser, Synthetik-Strumpfhosen, Hosen oder Röcke. Entweder Du sitzt viel, beispielsweise im Winter. Dann lässt die Durchblutung der Haut zu wünschen übrig. Oder Du bewegst Dich mehr – dann reiben all diese Kleidungsstücke, kneifen, provozieren und verteilen Schweiß und Bakterien auf der Hautoberfläche. An Po und Oberschenkeln oder im Intimbereich ist das Risiko erhöht, dass Kleidung auf feuchter Haut scheuert oder sich Hautflächen aneinander reiben. Das Problem beschränkt sich nicht nur auf die Pubertät und andere Phasen hormonellen Ungleichgewichtes.

  • Möglicherweise reagiert Deine Haut allergisch auf die Stoffe selbst. Ob Leibwäsche, synthetische Strumpfhosen oder Oberbekleidung – vor dem ersten Tragen sollten sie alle der Hygiene zuliebe einmal durchgewaschen werden.
  • Eventuell benutzt Du Duschgel oder andere Hausmittel gegen Pickel, die Deine Haut reizen und ihren natürlichen Säureschutzmantel zerstören. Auch sehr heißes Duschen oder häufiges Baden pflegen die Haut auszutrocknen. Bakterien finden mehr Angriffsfläche.
  • Wie hältst Du es mit der Hygiene? Du wäschst Dich, duscht und badest oft. Du solltest aber auch regelmäßig Handtücher, Nacht- und Bettwäsche waschen. Ab 60 Grad Wassertemperatur haben Bakterien keine Chance mehr. Handtücher und Waschlappen solltest Du mindestens einmal die Woche tauschen. Leibwäsche, vor allem Unterhosen gehören nach jedem Tragen in die Wäsche.
  • Vermeide es im Sommer, nach dem Schwimmen Deine Alltagskleidung über eine nur unzulänglich getrocknete Badehose zu ziehen! Feuchte, aufgeweichte Haut und Wärme sind ein perfekter Nährboden für Bakterien!
  • Synthetik-Wäsche ist chic und pflegeleicht. Doch hautschonend und atmungsaktiv ist das gute alte Baumwollhöschen, das Du nach jedem Tragen in die „Kochwäsche“ wirfst. Wenn Du besonders empfindliche Haut hast, ist Synthetik-Wäsche ohnehin nicht das Richtige – sie fördert die Schweißbildung und allergische Reaktionen der Haut. Feinstrumpfhosen haben zuweilen einen ähnlichen Effekt – sie zwängen die Haut ein und sorgen für ungesunde Dauerwärme mit Schweißbildung. Musst Du tagsüber immer extrem korrekt gekleidet sein, lassen sie sich nicht vermeiden. Lasse dafür in Deiner Freizeit so viel Sonne und frische Luft wie möglich an Deine Haut!

Pickel am Po behandeln

Wie immer gilt: Drücken und Kratzen erzeugt überwiegend Löcher in der Haut, Narben und noch mehr Entzündungen. Zurück bleiben hässliche, nur langsam verheilende Spuren. Gute Erste-Hilfe-Maßnahmen gegen Pickel am Po und den Oberschenkeln sind

  • Sie desinfiziert und wirkt entzündungshemmend. Akute Pickel pflegen auszutrocknen und schneller abzuheilen. Du kannst die befallenen Hautareale nach dem Duschen und über Nacht damit eincremen.
  • Spezielle Akne-Salbe mit dem Wirkstoff Benzoylperoxid hilft bei akuten, größeren Pickel-Attacken. Vorsicht bei der Anwendung über Nacht: Der Wirkstoff kann die Haut röten und hat die Eigenschaft, Textilien zu entfärben! Teebaumöl ist etwas weniger „aggressiv“, aber ebenso wirksam.
  • Bäder mit Meersalz oder Haushaltsnatron haben eine hautreinigende Wirkung. Das Natron hilft, den natürlichen Säureschutzmantel der Haut wieder herzustellen.

Prävention – oder sie langfristig loswerden

Wie bei den meisten Hautproblemen helfen Sport und Bewegung, ausreichendes Trinken und gesunde Ernährung. Perfekt für die Haut sind regelmäßige Saunagänge! Die Poren werden dabei gründlich gereinigt, die Durchblutung bis in die kleinsten Kapillargefäße in Schwung gebracht.

Bei Pickeln am Po, aber auch an anderen von Kleidung bedeckten Körperregionen: Hautfreundliche und atmungsaktive Wäsche schont die Haut. Knackig enge Jeans sind chic, Figur formende Wäsche bewirkt kleine Wunder. Doch bedenke, alles was scheuert und entsprechend feuchte, verschwitzte Haut erzeugt, kann auch zu Wundreiben, allergischen Reaktionen oder Pickeln führen!

Bei Hautproblemen ist für eine Weile luftige, nicht einengende Kleidung angezeigt. Wenn Du viel Sport treibst, gilt das Gleiche.

Ph-neutrale Hautpflege für die tägliche Wäsche oder Dusche ist wichtig. Natürliche (mikroplastik-freie) Peelings bekommst Du im Drogeriemarkt. Du kannst sie Dir mit Haushalts-Natron, Heilerde oder Meersalz selbst mischen und einmal wöchentlich nicht nur im Gesicht, sondern überall am Körper die Haut porentief reinigen.
Vergiss nicht, anschließend eine pflegende Körperlotion aufzutragen, die der Haut wieder Feuchtigkeit und Fett zuführt. Pickel und Verletzungen heilen schneller, wenn die Haut nicht trocken und spröde ist, sondern gut mit Nährstoffen versorgt wird.

Wohlbemessene Sonnenbäder sind sehr gesund. Die Haut wird besser durchblutet und desinfiziert sich quasi selbst. Unreinheiten und Narben heilen besser ab. Natürlich musst Du darauf achten, keinen Sonnenbrand zu bekommen.

Über den Autor

Felix Vogler

Felix Vogler ist dermatologischer Forscher und hat es sich zur Aufgabe gemacht, dass niemand mehr unreine Haut haben muss. Früher litt Felix selbst unter Akne, mittlerweile verhilft er den Lesern auf hautverliebt.de zur reinen Haut.

6 Kommentare

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  • Hallo, …

    Meine Tochter hat seitdem Säuglingsalter immer extrem picklige Haut. Im Gesicht ( Stirnbereich, an den Wangen unterm Kinn) und mittlerweile stark an den Oberarm und etwas Dekolletébereich, es sind aber keine Pickel mit Entzündungen sondern eher krisselige Pickelchen. Ich bin von Anfang an damit zu veschiedenen Ärzten gegangen und jedesmal wurde ich vertröstet, es würde mit der Zeit besser werden und ich sollte man da nichts gegen machen. Mittlerweile ist sie 10J. und sie ist wie alle Mädchen in diesem Alter. Sie fängt natürlich an daran zu puhlen, da kann ich noch soviel reden. Ich möchte gerne die W-Fragen stellen und ob Menschen, die diese Veranlagungen haben, zu Akne tendieren, in der Pupertät?

    Ich sag schon mal im Voraus danke!
    Liebe Grüße Birte

    • Hallo Birte,

      danke für deinen Kommentar. Bei solchen speziellen Hautproblemen würde ich Dir empfehlen einen Hautarzt aufzusuchen. Eine Ferndiagnose wäre eher schwer möglich (und ziemlich verantwortungslos).

      Viel Glück!

  • Ich bin total verzweifelt. Habe seit zwei Wochen Pickel an Hals und Unterkiefer. Renne von Arzt zu Arzt aber sie werden einfach nicht besser. Zuerst juckten sie total. Jetzt hab ich eine selbstgemischte Salbe vom Arzt bekommen aber das einzige wogegen sie geholfen hat war das Jucken. Ich weiß nicht was ich noch machen soll.