Pickel am Oberarm: Ursachen und Behandlung

Pickel am Oberarm

Pickel an den Oberarmen sind nervig und hässlich. Als Frau kennst Du es vielleicht: Erstmal keine schulterfreien Kleider oder Tops mehr, weil Du Dich lieber mit makelloser glatter Haut präsentierst. Doch kein Grund zur Verzweiflung: Hier kannst Du nachlesen, warum die Akne Deine Oberarme samt Dekolleté angreift und was Du dagegen unternehmen kannst.


Pubertäts- und hormonbedingte Akne breitet sich aus

Bist Du gerade mitten in der Pubertät und machst heftige hormonelle Umschwünge durch? Dann kann es Dir passieren, dass wirklich überall an Deinem Körper Akne auftritt: Oberschenkel, Po, Brust, Oberarme, Rücken und Gesicht sind betroffen. Bevor dieser „Streuselkucheneffekt“ Dich zu sehr deprimiert und „runterzieht“, hol Dir Hilfe beim Hautarzt.

Wenn Du nicht in der Pubertät bist, aber unter Pickeln leidest, spricht man von hormoneller Akne.

Informiere Dich über einige probate Hausmittel gegen Pickel und Akne, pflege Deine Haut entsprechend und ändere Deine Lebensweise und Ernährung, wenn notwendig. Vermeide es, Pickel auszudrücken oder daran herumzukratzen. Denn so verteilst Du nur Bakterien auf der Haut und provozierst bleibende Narben.

Spezielle Auslöser für Pickel an den Oberarmen

Auch Medikamente lassen Pickel auf den Oberarmen und dem Dekolleté erblühen: Musst Du regelmäßig Medikamente nehmen und hat die Akne mit deren Einnahme begonnen oder nach dem Wechsel eines Präparates eingesetzt? Dann besteht der Verdacht, dass Du unter Akne medikamentosa leidest – Du oder besser, Deine Haut reagiert empfindlich auf bestimmte Inhaltsstoffe.

Hattest Du bisher glatte, gesunde Haut in diesem Bereich? Darfst Du auf die Medikamente nicht verzichten, musst Du Deinen Arzt bitten, ein Präparat mit anderer Zusammensetzung, aber gleicher Wirkung zu finden. Das erfordert einige Geduld. Selbst kannst Du wenig tun, denn nur der Mediziner kennt die einzelnen Wirkstoffe und kann eventuelle Nebenwirkungen richtig einschätzen.

Manche Sportler nehmen Anabolika, das sind Präparate, mit deren Hilfe der Organismus mehr Muskel-Masse produziert. Den gleichen Effekt kannst Du durch entsprechende Ernährung und ausgefeiltes Training erzielen. Die Anabolika sorgen für mehr und schnellere Erfolge. Die Freude darüber ist kurz, wenn der markante Bizeps bald darauf mit Pusteln und Pickeln überzogen ist. In diesem Fall ist klar: Du solltest diese Muskelaufbau-Mittel lieber absetzen, bevor Deine Haut bleibende Spuren davonträgt. Mit besagten Anabolika solltest Du keinesfalls sorglos experimentieren. Sie können Deine Gesundheit auch in anderer Weise schädigen.

Bis die Wirkung – auch die unerwünschte Wirkung auf Deine Haut – abklingt, musst Du einige Zeit einkalkulieren. Je länger Du die Präparate verwendet hast, desto länger braucht Dein Organismus, sie wieder abzubauen und vollständig auszuscheiden.

Sobald Du einen Zusammenhang zwischen Akne und Pickeln und den eingenommenen Mitteln bemerkst, setze sie so schnell wie möglich ab und frage einen Experten, bevor Du Dir tiefe Narben einhandelst.

Kurzfristige Einnahme von Antibiotika nach einer Infektion kann den gleichen Effekt haben wie die Verwendung einer Antibaby-Pille, deren Zusammensetzung Du nicht gut verträgst: Akne und Pickel tauchen nicht nur im Gesicht auf, sondern auch an den Oberarmen und anderen Körperregionen.

Im ersten Fall musst Du nur etwas Geduld haben – sobald Du wieder gesund bist, ist Schluss mit dem Medikament. Dein Körper baut die Wirkstoffe ab und Deine Haut wird wieder glatt und makellos.
Im zweiten Fall solltest Du mit Deinem Gynäkologen beraten, welche Verhütung sonst für Dich in Frage kommt: Du kannst beispielsweise eine andere Pille wählen, auf einen Verhütungsring oder eine Spirale ausweichen.

Sensible Haut könnte ein Problem sein

Immer wenn in einer Körperregion, wie den Oberarmen, plötzlich Pickel auftreten, musst Du Dich fragen, ob Du Deine Gewohnheiten bezüglich Essen, Medikamenten, Pflegeprodukten oder Bekleidung geändert hast.

Pflegeprodukte sorgfältig wählen

Die meisten Kosmetika und Körperpflegeprodukte sind heutzutage gründlich auf Hautverträglichkeit getestet. Trotzdem können sie Bestandteile enthalten, die die Poren verstopfen, die Haut stark austrocknen oder ihren natürlichen Säureschutzmantel angreifen. In all diesen Fällen können Pickel entstehen. Beim ersten Verdacht einer Unverträglichkeit solltest Du auf das entsprechende Produkt verzichten!

Neigst Du von Natur aus zu trockener Haut, die schnell mit Juckreiz und Rötungen reagiert, wähle Deine Pflegemittel besonders sorgfältig aus. Nicht jedes Duschgel und nicht jeder Badeextrakt eignen sich für den täglichen Einsatz! Achte auf leicht rückfettende, überwiegend Feuchtigkeit spendende Body-Lotion und nutze sie nach jeder Wäsche ebenso wie nach dem Schwimmbad.

Kämpfst Du ohnehin mit Akne und produziert Deine Haut übermäßig Talg (Hautfett), gelten ganz ähnliche Regeln. Denn je mehr Fett Du der Haut durch Waschgel oder Seife entziehst, desto wütender produzieren die überaktiven Talgdrüsen Nachschub: Auch dann ist Akne „vorprogrammiert“.

Wie Bekleidung auf die Haut wirken kann

Wenn Du neue Kleidung kaufst, wasche sie vor dem ersten Tragen! Ob T-Shirt oder Unterwäsche: Sie alle haben eine sprichwörtlich weite Reise von der Baumwollplantage über die Produktionsstätte bis zu Deinem Mode-Shop hinter sich! Ähnliches gilt auch für Stoffe mit hohem Synthetik-Anteil.

Eine gründliche Wäsche, ob mit der Maschine oder per Hand, spült Chemie, Farbstoff-Rückstände und „Reisedreck“ aus. Das gute neue Stück kommt so sauber und hygienisch auf Deine Haut!
Vorsicht bei Wolle: Sie ist zwar ein Naturprodukt, aber sie kratzt auf der Haut und enthält oft noch Spuren des Wollfetts, Lanolin. Dazu kommen in manchen Fällen noch chemische Rückstände vom Färben.

Auch hier gilt: Wasche den neuen Pulli oder Schal vor der Benutzung. Schon der erwähnte Kratz-effekt scheint die Haut zu reizen: Zieh ein Seiden- oder Baumwollshirt unter Deinen Pullovern an, das Du so regelmäßig wäschst wie Deine Unterhosen!

Über den Autor

Felix Vogler

Felix Vogler ist dermatologischer Forscher und hat es sich zur Aufgabe gemacht, dass niemand mehr unreine Haut haben muss. Früher litt Felix selbst unter Akne, mittlerweile verhilft er den Lesern auf hautverliebt.de zur reinen Haut.

6 Kommentare

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  • Hallo, …

    Meine Tochter hat seitdem Säuglingsalter immer extrem picklige Haut. Im Gesicht ( Stirnbereich, an den Wangen unterm Kinn) und mittlerweile stark an den Oberarm und etwas Dekolletébereich, es sind aber keine Pickel mit Entzündungen sondern eher krisselige Pickelchen. Ich bin von Anfang an damit zu veschiedenen Ärzten gegangen und jedesmal wurde ich vertröstet, es würde mit der Zeit besser werden und ich sollte man da nichts gegen machen. Mittlerweile ist sie 10J. und sie ist wie alle Mädchen in diesem Alter. Sie fängt natürlich an daran zu puhlen, da kann ich noch soviel reden. Ich möchte gerne die W-Fragen stellen und ob Menschen, die diese Veranlagungen haben, zu Akne tendieren, in der Pupertät?

    Ich sag schon mal im Voraus danke!
    Liebe Grüße Birte

    • Hallo Birte,

      danke für deinen Kommentar. Bei solchen speziellen Hautproblemen würde ich Dir empfehlen einen Hautarzt aufzusuchen. Eine Ferndiagnose wäre eher schwer möglich (und ziemlich verantwortungslos).

      Viel Glück!

  • Ich bin total verzweifelt. Habe seit zwei Wochen Pickel an Hals und Unterkiefer. Renne von Arzt zu Arzt aber sie werden einfach nicht besser. Zuerst juckten sie total. Jetzt hab ich eine selbstgemischte Salbe vom Arzt bekommen aber das einzige wogegen sie geholfen hat war das Jucken. Ich weiß nicht was ich noch machen soll.