Kernseife gegen Pickel

Kernseife gegen Pickel

Kernseife – die stammt doch aus dem vorletzten Jahrhundert, riecht streng und man schrubbt damit die Wäsche von Hand auf einem Waschbrett?

Richtig. Kernseife ist sozusagen die Urgroßmutter aller Seifen, die Grundform, ein reines Naturprodukt ohne Parfüm und anderen Schnickschnack. Außerdem galt sie früher auch als gutes Hausmittel zur Desinfektion von Verletzungen.

Lies hier, woraus Kernseife besteht und warum und wie genau Du damit unreine, problematische Haut mit einer Neigung zu Pickeln behandeln kannst.


Das kann Kernseife

Kernseife wird mit beinahe jeder Art von fettigem Schmutz, Ölen und Fetten fertig. Auf Deiner Haut entfernt sie überschüssigen Talg, also Hautfett, buchstäblich porentief. Sie desinfiziert sehr stark. In Verbindung mit warmem Wasser entsteht ein körniger Schaum, den Du wie ein Peeling gegen Pickel anwenden kannst: Abgestorbene Hautpartikelchen und Talgrückstände, die die Poren verstopfen und zu Mitessern führen, lassen sich so gründlich entfernen. Kernseife trocknet die Haut allerdings auch stark aus.

Kernseife ist ph-neutral – Lauge ist nicht nur das, woraus Seife „gekocht“ oder gesiedet wird. Sie ist auch ein chemischer Begriff für das Gegenteil von Säure. In einer vollkommen ent-säuerten Umgebung sterben die meiste Bakterien und sogar einige Viren schlichtweg ab. Das gilt natürlich auch für die Bakterienkulturen auf der Haut, die zur Entstehung von Pickeln beitragen, wenn sie überhand nehmen. Bekannt sind sie unter dem Namen Propionibacterium acnes – oder P. acnes. Eine Kernseifen-Gesichtswäsche entfernt aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften alle Bakterien von der Haut.

Diese Bakterien sind natürlich nicht die einzige Ursache von Akne und Pickeln. Hormonelle Umstellung in der Pubertät oder während des weiblichen Zyklus, Ernährungsfehler, Stress und Umwelteinflüsse wirken stets zusammen, damit empfindliche Haut unrein wird und Pickel aufblühen.

Daraus besteht Kernseife

Welches sind die Inhaltsstoffe von Kernseife? Sie besteht etwa zu drei Vierteln aus Fettsäuren und aus Natriumchlorid. Duft- und Farbstoffe sind nicht enthalten. Die Herstellung von Kernseife ist ein zeitraubender Vorgang. Du findest im Netz sogar Rezepte, nach denen Du selbst Seife sieden kannst – das Prinzip der Herstellung ist immer ähnlich, nur die Zutaten sind variabel.

Doch zurück zur reinen Kernseife und einem vereinfachten Überblick darüber, wie sie gemacht wird: In früheren Zeiten wurden Fett-Abfälle zu Seife verkocht. Auch heute noch sind Rindertalg oder Schweineschmalz eine mögliche Kernseifen-Basis. Fett wird in destilliertem Wasser (bevorzugt nahm man „weiches“, also Regenwasser) erhitzt und zum Schmelzen gebracht. Dann wird Natronlauge (Ätznatron) zugegeben. Abschließend kommt noch Salz hinzu – die eigentliche Seife setzt sich jetzt unter Rühren allmählich von der Lauge und dem Wasser ab.

Ein Stück Kernseife ist, im Vergleich zu anderen Seifen, beinahe so hart wie Stein, weil während des Siedevorganges nahezu alles Fett ausgefiltert wird. Deswegen hält die Seife lange vor. Allerdings ist auch flüssige Kernseife im Handel.

Pure Kernseife beschränkt sich auf die wenigen genannten Inhaltsstoffe – Komponenten, die Deine Haut reizen oder gar Allergien auslösen könnten, sind nicht enthalten. Einige Naturseifen enthalten hautpflegende oder Duftöle. Sie sorgen für einen rückfettenden Effekt und besseren Geruch, doch möglicherweise reagiert Deine Haut wieder negativ darauf. Wenn Du beginnst, mit Kernseife zu experimentieren, wähle zuerst die „pure“ Variante.

Gesichtsreinigung mit Kernseife

Um den reinigenden Effekt der Kernseife zu nutzen, brauchst Du etwas warmes Wasser und nimmst am besten einen Waschlappen (Achtung, er sollte alle zwei bis vier Tage ersetzt werden und in die Kochwäsche ab 60 Grad aufwärts wandern, um wirklich hygienisch zu bleiben).

Mit dem warmen, nassen Waschlappen rubbelst Du kräftig über die Kernseife, bis sich Schaum bildet. Diesen verteilst Du im Gesicht und überall da, wo Du unter Pickeln leidest. Lass diesen Schaum kurz einwirken, bevor Du ihn mit klarem, warmem Wasser abwäschst. Die Haut wird anschließend nicht trocken gerieben, sondern abgetupft.

Alternativ zum Waschlappen kannst Du auch eine weiche spezielle Gesichtsbürste nehmen. Du bekommst sie in der Apotheke.

Danach musst Du der trockenen Haut wieder etwas Pflege zurückgeben: Leichte Lotionen oder Cremes, die Feuchtigkeit binden und nachweislich gut für unreine Haut mit Pickel und Akne geeignet sind. Alternativ kannst Du beispielsweise Schwarzkümmel- oder Arganöl verwenden: Sie liefern wertvolle Inhaltsstoffe, die die Haut regenerieren helfen, und normalisieren die Talgproduktion.
Wende dieses Kernseifen-„Peeling“ nicht täglich an, der austrocknende Effekt ist zu stark. Wenn besonders viele Pickel auftauchen, kannst Du die Kernseife etwa zweimal die Woche benutzen.

Kernseife – effektive Hautreinigung

Zurück zur puren Natur? In vielen Fällen reagiert besonders empfindliche Haut überraschend gut auf die derbe Kernseife: Sie hat einen Peeling-Effekt und entfernt gründlich jede Spur von überschüssigem Hautfett nebst diversen haut-eigenen Bakterienkulturen. Damit die Talgdrüsen nach der Anwendung nicht überaktiv werden, solltest Du unmittelbar nach der Anwendung der Kernseife eine leichte, Fett und Feuchtigkeit spendende Creme benutzen. Oder beispielsweise reines Arganöl oder Schwarzkümmelöl. Beide helfen, die Talgproduktion zu normalisieren und regen das Abheilen von bestehenden Pickeln an. Wie ein Peeling solltest Du auch Kernseife nicht täglich anwenden, sondern nur etwa zweimal die Woche, wenn wirklich akuter Bedarf besteht.

Im Handel oder online kannst Du verschiedene Kernseifen-Varianten kaufen und ausprobieren – sie sind allesamt preiswert.

Über den Autor

Felix Vogler

Hi, ich bin Felix. Ich hatte selber starke Probleme mit unreiner Haut. Auf diesem Blog möchte ich dir berichten, wie ich es geschafft habe, seit 3 Jahren reine Haut zu haben.

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