Hitzepickel: So wirst Du sie wieder los

Hitzepickel richtig behandeln
Hitzepickel – noch eine Haut-Plage, die wieder ausgerechnet im Sommer und bei schönstem Sonnenschein auftritt!

Sind Hitzepickel so unangenehm und hartnäckig wie Mallorca-Akne oder gar ein und dasselbe? Nein – Hitzepickel haben eine völlig andere Ursache. Und sie sind recht harmlos.

Die berüchtigte Mallorca-Akne ist eine allergische Reaktion auf UV-A-Strahlung. Hitzepickel entstehen, wenn hohe Temperaturen und enge, nicht atmungsaktive Kleidung den Schweiß auf der Haut festhalten.

Babys und Kinder, besonders wenn sie sehr hellhäutig sind, sind sogar besonders häufig von „Hitzefrieseln“ oder „Schwitzpickeln“ betroffen – häufiger als Erwachsene.

Was genau sind Hitzepickel?

Hitzepickel bilden sich häufig an Brust und Rücken, kaum je im Gesicht. Meist sind sie farblos, allenfalls leicht gerötet. Landläufig werden sie auch Schweißbläschen oder gar „Hitzeblattern“ genannt. Tatsächlich handelt es sich dabei um mit Flüssigkeit gefüllte, winzige Bläschen, niemals um entzündete oder gar eitrige Pickel. Gelegentlich jucken Hitzebläschen – das unterscheidet sie von gewöhnlichen Hautunreinheiten und Pickeln.

Hitzepickel bilden sich, wenn Schweißdrüsen überfordert und verstopft werden. Die Flüssigkeit kann nicht nach außen entweichen und so entstehen die Bläschen.
Sie treten bevorzugt bei Hitze mit hoher Luftfeuchtigkeit auf. Dann kann weder Schweißfeuchtigkeit auf der Haut noch durchgeschwitzte Kleidung trocknen. Diese Bedingungen treten beispielsweise auf bei:

  • Reisen in heißen, tropischen Regionen – und dem gleichzeitigem Tragen ungeeigneter, nicht ausreichend luftiger Kleidung!
  • Kleinkindern und Babys, wenn unter Windelhöschen und Strampelanzug die Haut durch Reibung gereizt wird und durch mangelnde Belüftung zu schwitzen beginnt.

Der Hautarzt unterscheidet zwei Formen, die Miliaria cristallina oder Miliara rubra. Bei der ersten Variante sind die Schweißdrüsen direkt an der Hautoberfläche verstopft. Es entstehen farblose Bläschen, die oft bei der geringsten Reibung oder Berührung zerplatzen. Sie sondern nur wässrige Flüssigkeit ab. Die Miliara rubra entsteht, wenn die Schweißdrüsen bis in die Tiefe betroffen sind. Dann beginnen die Bläschen an der Hautoberfläche zu jucken und sich zu röten.

Die erste Form der Hitzebläschen verschwindet schnell, sobald die Ursachen beseitigt sind: Du musst nur die beengende Kleidung ausziehen, duschen, Dich sorgfältig abtrocknen, frische, luftige Baumwollwäsche und Oberbekleidung anlegen – und das Problem ist gelöst.

Die schwerere Miliara rubra-Form heilt, wenn beruhigende, entzündungshemmende Salben aufgetragen werden. Gelegentlich kann das ein oder zwei Tage dauern.

Klingen unangenehme, juckende Hautveränderungen nicht innerhalb von Stunden wieder ab, ist es immer eine gute Idee, einen Arzt aufzusuchen. So lassen sich beispielsweise

  • eine allergische Hautreaktion auf Nahrungsmittel oder Kosmetika,
  • eine echte Mallorca Akne oder eben
  • Hitzepickel

unterscheiden und gegebenenfalls schnell richtig behandeln.

Den Plagegeistern vorbeugen

Hitzepickel lassen sich relativ einfach verhindern: Ob Du viel Sport machst oder gerne Fernreisen in warme Länder unternimmst, rüste Dich entsprechend aus. Insekten oder starke Sonneneinstrahlung verbieten es zwar, auf Kleidung zu verzichten. Doch das, was Du anziehst, sollte leicht und atmungsaktiv sein. Nimm auf Reisen immer genug Ersatzwäsche mit: In tropischen Regionen mit hoher Luftfeuchtigkeit dauert es ewig, bis durchgeschwitzte oder nass gewordene Textilien trocknen. Bist Du gezwungen, sie in feuchtem Zustand wieder anzuziehen, fühlt sich das eklig an und die Haut. Und feuchte Baumwolle verliert die Fähigkeit, Schweiß aufzusaugen.

Die gleichen Vorsichtsmaßnahmen gelten für Babys: Ist es heiß, oder soll das Kind im Sonnenschein herumtoben und herumkrabbeln dürfen, sind Kunststoff-Windeln oder Windelhöschen grundverkehrt. Auch wenn Baby vor der Sonne oder Zugluft geschützt werden muss: Übertreibe es nicht und packe den Zwerg nicht zu warm ein!

Hitzepickel bei Erwachsenen

Hitzepickel pflegen von allein wieder abzuheilen, sobald die Ursache – enge Kleidung und „Hitzestau“ – beseitigt sind. Lediglich die schwerere Form, Miliara rubra, bildet gerötete Pickel aus, die mehrere Tage zum Abheilen brauchen. Leichte Zink-Lotionen oder milde antibiotische Salben helfen, das Jucken abzustellen und verhindern, dass Bakterien die ohnehin strapazierte Haut angreifen.

Hitzepickel bei Babys und Kleinkindern

Hitzepickel haben bei den Kleinsten die gleichen Ursachen wie bei Erwachsenen. Weil die lästigen Bläschen jucken, ist es wichtig, sie möglichst schnell wirksam zu vertreiben. Gesicht, Brust, Schultern und alle Stellen, an denen Kleidung oder Windelränder die Haut reiben und reizen, sind besonders gefährdet.

  • Die Kleidung muss grundsätzlich den Temperaturen angepasst werden – genau wie bei Erwachsenen.
  • Ein lauwarmes Bad hilft, den Schweiß zu entfernen und den kleinen Körper möglichst schnell, aber schonend abzukühlen.
  • Mische zwei oder drei Esslöffel Apfelessig mit einem Liter Wasser und verwende sie für kühlende Umschläge. Der Apfelessig entfaltet eine wohltuende, die Bläschen abschwellende Wirkung – außerdem wird der Juckreiz gelindert.

Hitzepickel sind an sich harmlos. Beobachte Dein Kind trotzdem sehr genau. Die Bläschen sollten innerhalb einiger Stunden problemlos abklingen. Tun sie das nicht oder bekommt das Baby Fieber, gehst Du am besten zum Arzt.

Über den Autor

Felix Vogler

Felix Vogler ist dermatologischer Forscher und hat es sich zur Aufgabe gemacht, dass niemand mehr unreine Haut haben muss. Früher litt Felix selbst unter Akne, mittlerweile verhilft er den Lesern auf hautverliebt.de zur reinen Haut.

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