Alles über Akne, ihre Ursachen und Behandlung

Du leidest unter Akne? Damit bist Du nicht allein! Etwa 80% aller jungen Menschen haben irgendwann im Laufe der Pubertät mit unreiner Haut, Mitessern, Pickeln oder der chronischen Form, Akne zu tun. Mehrheitlich beruhigt sich die Haut nach einiger Zeit wieder. Doch etwa 40% der Betroffenen leidet unter schwerer Akne. Und auch später im Leben können unterschiedliche Umstände immer wieder zu Hautproblemen führen.

Doch Du musst Dich nicht verstecken, hässlich fühlen und leiden – es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wieder reine, glatte und gesunde Haut zu bekommen! Auf den folgenden Seiten findest Du viele wichtige Tipps.

Größtenteils kannst Du sie selbst umsetzen. Teure Kosmetika sind selten notwendig.

Pickel und Akne – der Unterschied

Besteht ein Unterschied zwischen einer Phase mit vermehrt auftretenden Pickeln und der Hauterkrankung Akne? Ja, durchaus. Der Hautarzt bezeichnet alle ähnlichen Erscheinungsformen als Akne, unterscheidet aber drei verschiedene Schweregrade. Akne ist eine chronische Erkrankung der Haut, Pickel und unreine Haut beschränken sich auf bestimmte Lebensphasen und ungünstige Umstände.

Die leichteste Form, Acne comedonica, entwickelt nur vereinzelte entzündete, eitrige Pickel – die tauchen natürlich immer zur falschen Zeit auf. Doch diese Form bekommst Du mit guter Hautpflege und einigen Sitzungen bei der Kosmetikerin in den Griff. Auch Narben sind nicht zu befürchten. Wenn Du Cremes und Make-Up kaufst, achte auf Produkte, die nicht komedogen sind, also keine Mitesser erzeugen.

Acne papulo-pustolosa neigt verstärkt zu entzündeten Pickeln, „Papeln“, wie der Hautarzt sie nennt. Diese Form spielt sich ebenfalls eher unter der obersten Hautschicht ab und verheilt bei richtiger Behandlung, ohne tiefe bleibende Narben zu hinterlassen. Du kannst die unreine Haut gut selbst behandeln.

Acne conglobata dagegen ist eine schwere Form: Dicke, entzündete Papeln scheinen tief unter der Haut miteinander verbunden zu sein und sich auszubreiten. Sie tun weh und hinterlassen tiefe Narben – selbst wenn Du Dich nicht verleiten lässt, daran herumzudrücken. In diesem Fall liegt eine flächige, chronische Entzündung der Talgdrüsen vor und Du solltest Dir unbedingt vom Hautarzt helfen lassen. Unter anderem auch deshalb, weil schwere Akne ein Symptom für eine schwerwiegende Hormon- oder Stoffwechselstörung sein kann.

Dem Hautarzt stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, um Akne zu behandeln:

  • Antibiotika,
  • Fruchtsäure und Vitamin A
  • Hormongaben

Immer wenn stark entzündete Papeln und Pusteln auftauchen und sich nicht nur aufs Gesicht beschränken, sondern auch Rücken, Brust, Oberarme, Oberschenkel befallen, ist es Zeit, sich Hilfe zu holen, denn dann leidest Du unter Akne.

Schweregrade bei Akne erkennen

Bevor sich echte gerötete Pickel mit oder ohne weiße Spitze entwickeln, treten vermehrt Mitesser auf. Was passiert da? Verschiedene Faktoren wirken auf den Stoffwechsel ein. Eine Folge ist eine vermehrte Produktivität der Talgdrüsen in der Haut.
Der Talg entleert sich normalerweise über die Hautporen nach draußen. Neigen die Poren aber verstärkt dazu, zu „verhornen“, sich zu verhärten, ist dieser Ausweg versperrt. Der Talg kann nicht abfließen. Er füllt und verstopft die betreffende Pore.
Im Kontakt mit Sauerstoff trocknet er etwas ein und verfärbt sich. Dazu kommt der Farbstoff Melanin aus pigmentbildenden Zellen. Die Folge sind die berüchtigten schwarzen Pünktchen auf den vergrößerten Poren. Sie sehen nicht sehr appetitlich aus, haben aber nichts mit mangelnder Hygiene zu tun.

Verstopfte Poren neigen dazu, sich zu entzünden. Die harmlose Variante sind kleine Pickel mit weißer Spitze. Sie lassen sich auf kosmetischem Wege austrocken oder entleeren und heilen spurlos ab.

Komplizierter sind Schwellungen und Knubbel unter der Haut, die sich röten, hervortreten und wehtun. Hier kannst und darfst Du keinesfalls drücken! Sonst beschädigst Du das Gewebe und die bakteriellen Auslöser der Entzündung verbreiten sich weiter.

Wenn Du sehr viele dieser dicken, roten Papeln entwickelst, ist es höchste Zeit, etwas zu unternehmen.

Ursachen und Auslöser für Akne

„Warum ich“? fragst Du Dich mit traurigem Blick auf die makellose Haut anderer.

Noch ist die Entstehung von Akne nicht völlig aufgeklärt. Immer spielen mehrere Faktoren zusammen: Ernährung, Umwelteinflüsse, Stress, Hormonstatus, diverse Stoffwechsel-Störungen oder –Erkrankungen, die Veranlagung zu empfindlicher, störanfälliger Haut. Je nach Lebensphase und Umständen bekommen manche Menschen einzelne Pickel, andere schwere Akne.

Wir alle kennen die Sorte Pickel, die immer dann auftauchen, wenn wir besonders gut aussehen möchten! Hier sind eindeutig Stress, Schlafmangel und Anspannung am Werk und schlagen eine winzige Bresche in die Immunabwehr. Diese Beobachtung ist ein Beweis dafür, dass Stress-Hormone die Aktivität der Talgdrüsen beeinträchtigen. Akne musst Du deshalb noch nicht befürchten.

Während für junge Männer die Pickel-Phase meist mit der Pubertät endet, haben Frauen immer wieder im Leben damit zu tun. Einige hormonelle Verhütungsmittel lösen Akne aus, andere lassen sie heilen.

Eine Erkrankung beispielsweise, das polyzystische Ovarialsyndrom sorgt für hormonelles Ungleichgewicht im Zyklus der Frau und eine „verschobene“ Hormonausschüttung. Eine mögliche Folge davon ist anhaltende, schwere Akne. Auch in der Phase des berüchtigten „Prämenstruellen Syndroms“ steht der Hormonhaushalt Kopf – Migräne, erhöhte Stress-Anfälligkeit, vermehrte Pickel und Akne treten auf. Doch auch solche Störungen lassen sich behandeln!

Falsche Pflege spielt ebenfalls eine Rolle: Nicht jedes teure Kosmetik-Produkt ist auch gut für die Haut! Zuweilen reagiert die Haut empfindlich auf bestimmte Bestandteile. Einige Cremes verkleben und verstopfen die Poren geradezu. Reinigungsmittel, die zu viel Fett entziehen, sorgen dafür, dass die Talgdrüsen über-aktiv werden.

Vorsicht bei Make-Up! Wenn Du an sich schöne, jugendliche Haut hast, verzichtest Du besser ganz darauf und benutzt nur bei Bedarf ein wenig Puder oder Abdeckstift. Musst Du Unreinheiten abdecken, investiere öfter in eine neue Tube. Andernfalls sammeln sich Bakterien an, die auf direktem Weg zu Pickeln führen können! Allerdings müssen noch weitere Faktoren hinzukommen, damit sich daraus schwere Akne entwickelt.

Irrtümer und Vorurteile

  • Falsch ist beispielsweise, dass Akne sich „vererbt“ – richtig ist, dass sich einige Eigenschaften der Haut vererben. Dazu zählen beispielsweise besondere Empfindlichkeit, die Neigung zu Seborrhoe (zu starke Talgproduktion), zu Verhornungsstörungen oder zu hormonellem Ungleichgewicht.
    Auch in diesen Fällen lässt sich etwas gegen Akne unternehmen!Grundlegend falsch und geradezu mittelalterlich ist die Behauptung, dass Sexualität zur Entstehung von Akne beiträgt. Richtig ist, dass in der Phase, in der Du vom Mädchen zur Frau oder vom Jungen zum Mann wirst, die Hormone verrücktspielen. Deswegen bekommst Du Hautprobleme und hast vielleicht zusätzlich jede Menge Stress mit dem Erwachsenwerden. Nichts von alledem ist ein Grund, sich zu schämen. Im Gegenteil – jeder muss „da durch“.
  • Falsch ist, dass Akne die Folge mangelnder Hygiene ist. Zu „aggressive“ Hautreinigung kann sie eher verschlimmern. PH-neutrale, milde Waschgels sind das Richtige für die Haut. Auch Peelings solltest Du nicht zu häufig anwenden: Die Haut muss ihren natürlichen Säureschutzmantel erhalten, andernfalls reagiert sie mit Irritationen, Austrocknen – und einer Ausbreitung der Akne.
  • Falsch ist auch, dass bestimmte Nahrungsmittel Akne auslösen. Pickel und Akne sind keine Form einer Allergie oder Nahrungsmittel-Unverträglichkeit. Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Akne ist noch längst nicht vollständig erforscht. Gleichwohl wirken sich Ernährungsfehler, Rauchen, Alkohol, Schlafmangel, Stress und Umwelteinflüsse negativ auf Deinen gesamten Stoffwechsel aus. Das wiederum rächt sich an Deiner Haut!

Achte also auf ausreichend Schlaf, Bewegung, Frischluft. Vermeide allzu viel Zucker, trinke möglichst viel (Wasser oder Tees), iss viel Obst und Salat. Entgifte Deinen Organismus – beispielsweise indem Du über mehrere Wochen hinweg täglich ein bis zwei Tassen Brennnessel-Tee trinkst. Deine Haut wird Dir diese „Umstellung“ danken!

  • Richtig ist, dass Sonne gut ist für die Haut (und die Produktion von Vitamin D ankurbelt). Falsch wäre es, zur Bekämpfung von Akne regelmäßig ausgedehnte Besuche ins Solarium zu unternehmen. Abgesehen von tieferen Hautschäden durch Verbrennungen verhärten und vergröbern sich die Poren und die Haut trocknet gefährlich aus. Gelegentliche 10 Minuten unter den Röhren sind hilfreich.
  • Und nein, Akne heilt nicht schneller ab, wenn Du eine Pustel nach der anderen ausdrückst – es sei denn, sie sitzen direkt an der Hautoberfläche und Du gehst sehr vorsichtig und hygienisch vor! Andernfalls quetscht Du nur das Gewebe, was noch tagelang sichtbar bleibt, verteilst Bakterien, verletzt die Haut und trägst zur Entstehung einer Narbe bei.

Hausmittel und Präparate gegen Akne

Wie ist Akne zu behandeln? Du hast viele Möglichkeiten, innerlich wie äußerlich dagegen vorzugehen.

Achte auf gesunde Ernährung mit vielen frischen Produkten und ausreichender Flüssigkeits-zufuhr. Treibe Sport, bewege Dich viel im Freien – das tut nicht nur Deiner Haut gut, sondern sorgt für Entspannung von Leib und Seele. Auf diese Weise kannst Du Stress abbauen!

Bei Kosmetika achtest Du auf Produkte, die für Deine Haut geeignet sind. Eine stellenweise zu starke Talkproduktion (Seborrhoe) bedeutet nicht, dass Du auf eine gezielte Zufuhr von Fett und Feuchtigkeit verzichten darfst.

In der Apotheke bekommst Du milde Desinfektionsmittel und spezielle Produkte für Akne. Rezeptfreie Präparate mit dem Wirkstoff Benzoylperoxid beispielsweise helfen Dir, Akne schon im Anfangsstadium unter Kontrolle zu bringen. Damit kannst Du:

  • einen leichten Schäl-Effekt der Haut erzielen
  • verstopfte Poren „befreien“ und der Verhornungsstörung der Talgdrüsen entgegen-wirken
  • Bakterien in den Talgdrüsen, Poren und auf der Hautoberfläche eindämmen

Doch Vorsicht – wenn Du dieses Mittel anwendest, solltest Du auf zu viel Sonne oder einen Besuch im Solarium verzichten. Sehr empfindliche Haut rötet sich während der Anwendung. Wenn Du keine echte Besserung bemerkst, lass Dich von Experten (Hautarzt, Kosmetikerin) beraten.

Wirksam, überwiegend preiswert und hautfreundlich sind die „Hausmittel“ ! Mit ihnen kannst Du unreine Haut, Pickeln und Akne vorbeugen und sie behandeln.

Harte Mittel, wie Wala Akne Kapseln oder das Duac Akne Gel sind nur bedingt zu empfehlen.

Effektive Hautpflege bei Akne

Folgende „Hausmittel“ helfen nachhaltig bei der Behandlung von Akne.

DampfbäderRegelmäßige Gesichts-Dampfbäder verbessern das Hautbild. Sie wirken der Verhornungs-Störung in den Talgdrüsen entgegen, öffnen die Poren und fördern die Durchblutung der Haut.

Du kannst verschiedene Zusätze verwenden, je nachdem, ob Du den Reinigungseffekt verstärken oder entzündete Haut beruhigen willst:

Kamille oder reiner Wasserdampf lindern Entzündungen,
Rosmarin, Teebaumöl, Meersalz bringen den Hautstoffwechsel in Schwung, reinigen und desinfizieren.

HeilerdeRegelmäßig angewendete Heilerde-Masken verbessern das Hautbild entscheidend. Während die Maske auf der Haut trocknet, reinigt sie sanft und „porentief“. Entzündungsherde bei Akne heilen schneller.
Apfelessig;Wirkt desinfizierend, kühlend, entzündungshemmend und lässt Pickel oft über Nacht abheilen.

Du kannst Obstessig auch einnehmen – er wirkt innerlich „reinigend“.

ArganölPures Bio-Arganöl ist ein Geheimtipp zur Pflege empfindlicher Haut oder bei Akne.
Es wirkt der Entstehung neuer Mitesser und Pickel entgegen und führt der Haut ausreichend Fett und Feuchtigkeit zu.
Auch Narben heilen mit Arganöl wesentlich schneller ab.
Backpulver oder Haushalts-NatronNatriumhydrogenkarbonat ist in Backpulver oder im handelsüblichen Natron enthalten. Du kannst damit hochwirksame Peelings mischen – kombiniert mit Zitronensaft beispielsweise. Das Hautbild wird sofort klarer und die Poren werden geöffnet.

Natron sorgt für ein „basisches“ Milieu auf der Haut – das wirkt der Ausbreitung von Bakterien entgegen.

BrennnesselBrennnesseltee wirkt entwässernd und reinigt die Nieren. Direkt auf der Haut angewendet wirkt der Aufguss entzündungshemmend.

Erste Hilfe gegen Akne-Pusteln

Ingwer, Knoblauch, ZwiebelJe eine frisch abgeschnittene Scheibe auf eine entzündete Akne-Pustel gedrückt, wirkt entzündungshemmend und antibakteriell.
SchwarzteeGut zum Desinfizieren: Einfach einen Schwarztee-Beutel etwa acht Minuten lang ziehen lassen, dann auf erkrankte Haut drücken.
Die Gerbsäure desinfiziert und beruhigt entzündetes Gewebe.
TeebaumölWurde in klinischen Studien im Vergleich mit Benzoylperoxid getestet: Die Wirkung ist ähnlich gut, aber viel hautschonender. Teebaumöl nicht großflächig verwenden, nur regelmäßig auf die von Akne befallene Haut tupfen.
ZinksalbeDer entscheidende Wirkstoff ist Zinkoxid. Damit trocknen Akne-Pusteln und Hautunreinheiten über Nacht aus, Bakterien werden „gestoppt“.

Die Reihe der „Hausmittel gegen Akne“ lässt sich fortsetzen. Die hier aufgezählten sind die besten und wirksamsten. Abgesehen vom Arganöl sind sie obendrein außerordentlich preiswert und überall zu haben.

Akne vorbeugen und von innen behandeln

Du hast viele Möglichkeiten, auch von innen gegen Akne vorzugehen. Einiges davon wurde bereits angesprochen.

  • Denk daran, immer ausreichend zu trinken – am besten Wasser oder ungezuckerte Tees. Damit erleichterst Du Deinem Organismus das Ausschwemmen von Stoffwechsel-Abfallprodukten aller Art. Zwei bis drei Liter Flüssigkeit täglich sind empfehlenswert.
  • Sonne und Meer: Im Urlaub genießt Du eine stressfreie Zeit mit guter Luft, ausreichend Sonne und Salzwasser – Akne hat keine Chance mehr! Die Sonne heilt und desinfiziert! Wenige, wohldosierte Besuche im Solarium im Winter tun hier ebenfalls gute Dienste.
  • Wenn Du darauf achtest, aktiven Stress-Abbau zu betreiben, beispielsweise durch viel Bewegung an der frischen Luft, wird sich Deine Haut verbessern.

Wie erwähnt ist die Auswirkung der Ernährung auf die Entstehung von Akne noch nicht vollständig erforscht. Einige Experten empfehlen den vollständigen Verzicht auf Kuhmilch-Produkte, Fleisch, Brot und Gebäck aus Weizenmehl und Zucker, Schokola-de oder Käse. Höchstwahrscheinlich musst Du Deine Ernährung nicht so „radikal“ umstellen. Iss möglichst viel Obst und Gemüse und verzichte auf vorgefertigtes „Junk Food“ mit zweifelhaften Bestandteilen. Finde heraus, was Dir und Deiner Haut gut tut. Sorge für eine angemessene Versorgung mit Mineralstoffen und Vitaminen.